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Studie: 30 Prozent mehrPendler in Hamm seit 2000

IG BAU fordert mehr bezahlbaren Wohnraum in Großstädten

Kaffeepause am Steuer – klingt gut. Viele Berufspendler machen sie allerdings nicht freiwillig. Für sie bedeutet der Weg zur Arbeit immer wieder Staufrust.
Kaffeepause am Steuer – klingt gut. Viele Berufspendler machen sie allerdings nicht freiwillig. Für sie bedeutet der Weg zur Arbeit immer wieder Staufrust.
Hamm, 09.05.2017
Immer mehr Pendler in Hamm: Zuletzt verließen 42 Prozent aller Berufstätigen auf
dem Weg zur Arbeit die Grenzen der Stadt – 30 Prozent mehr als noch im Jahr 2000.
Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd beruft
sich hierbei auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und
Raumforschung (BBSR). Danach zählt Hamm rund 24.600 sogenannte Auspendler.

Die Gewerkschaft nennt den Trend „alarmierend“. Immer mehr Menschen müssten
immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen – und verbrächten immer mehr
Lebenszeit im Stau, kritisiert Bezirkschef Friedhelm Kreft. Dafür sei maßgeblich auch
eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in den Ballungsgebieten verantwortlich.
„Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt.
Wir haben gerade in den größeren Städten eine gute Entwicklung bei den
Arbeitsplätzen, aber für die Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine
Wohnung zu leisten“, sagt Kreft. Strecken von über 50 Kilometern bis zum Betrieb
seien mittlerweile gang und gäbe. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nerven und die Gesundheit der Betroffenen.

Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen“, betont Kreft. Es würden mehr Sozialwohnungen und mehr bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Dafür müsse es eine deutlich bessere Förderung geben – etwa durch höhere steuerliche Abschreibungen und gezielte KfWProgramme.

Durch solche Anreize für das Bauen im bezahlbaren Segment ließe sich
ein Großteil der fehlenden Wohnungen errichten.
Um die Berufspendler in Hamm zu entlasten, müsse mittelfristig jedoch auch die
Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden, fordert Kreft. „Wir brauchen bessere
Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist der
Nachholbedarf groß.“
Die Entwicklung in der Stadt ist nach Angaben des BBSR Teil eines bundesweiten
Trends: Im Jahr 2015 pendelten 60 Prozent aller Beschäftigten zum Arbeitsplatz.
Durchschnittlich legten sie dabei 16,8 Kilometer zurück. 15 Jahre zuvor lag die
Pendlerquote in Deutschland noch bei 53 Prozent.

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