Nachrichten aus Westfalen-Mitte-Süd


390 neue Wohnungen gebaut

Hamm: Gewerkschaft zieht Bilanz für das Baujahr 2018

Viel zu tun für Bauarbeiter: Die hohe Wohnungsnachfrage hat in den vergangenen Jahren zu einem Boom der Baubranche geführt. Doch im sozialen und bezahlbaren Segment passiert weiterhin zu wenig, kritisiert die IG BAU.<br />
© Foto: IG BAU
Hamm, 11.07.2019
Baubilanz für Hamm: Im vergangenen Jahr wurden in der Stadt insgesamt 390 Wohnungen gebaut – darunter 79 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 41 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. IG BAU-Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft sieht beim Neubau jedoch „deutlich Luft nach oben“. Entscheidend sei, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen.“ Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder – und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 werden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen pro Jahr rund 80.000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus – deutlich mehr als in den letzten Jahren neu gebaut wurden. „Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette – von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau – die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen“, sagt Bezirkschef Friedhelm Kreft. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiert, auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werde.

Genau diese Signale fehlten allerdings in der aktuellen Wohnungsbaupolitik: So schaffe etwa das zeitlich begrenzte Baukindergeld keine nachhaltigen Impulse. Statt in den Neubau fließe die Förderung hier oft in den Kauf von alten Gebäuden. „Es ist fatal, die Wohnungsbaupolitik von Wahl zu Wahl zu planen, statt verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen zu schaffen. Immerhin ist der Wohnungsbau bei wachsender Bevölkerung unverzichtbar und ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur – auch in Hamm“, sagt Kreft. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im vergangenen Jahr bundesweit rund 285.000 Wohnungen gebaut. „Damit hinkt die Große Koalition ihrem Ziel, pro Jahr 375.000 neue Wohnungen zu schaffen, deutlich hinterher“, so die IG BAU. 

Bielefelder Zoll ermittelte im letzten Jahr 722 Mal gegen Baufirmen

IG BAU: Keine Aufträge an „schwarze Schafe“ in Hamm

„Keine Bauaufträge an Schmutz-Firmen“: Friedhelm Kreft, Bezirksvorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd, fordert, dass Baufirmen, die durch Schwarzarbeit oder Lohn-Prellerei aufgefallen sind, von der öffentlichen Auftragsvergabe ausgeschlossen werden.
© Foto: IG BAU
Hamm, 21.06.2019
Schwarzarbeit im Visier: Das Risiko für Hammer Baufirmen, bei illegalen Praktiken vom Zoll erwischt zu werden, ist leicht gestiegen. Davon geht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aus. Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf Angaben des Bundesfinanzministeriums, das für Zollkontrollen zuständig ist. Auf Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) nannte das Ministerium konkrete Zahlen: Danach leitete das auch für Hamm zuständige Hauptzollamt Bielefeld 2018 in der gesamten Region 722 Ermittlungsverfahren wegen hinterzogener Steuern
oder geprellter Sozialabgaben auf dem Bau ein – das sind 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Schaden belief sich auf rund 11,3 Millionen Euro. Insgesamt kontrollierten die Bielefelder Zöllner im vergangenen Jahr 595 Bauunternehmen (plus 9,6 Prozent gegenüber 2017). „Die Zahlen zeigen: Die Baubranche bleibt ein Hotspot für Wirtschaftskriminelle. Je genauer der Zoll hinschaut, desto häufiger wird er fündig“, sagt Friedhelm Kreft von der IG BAU Westfalen Mitte-Süd. Die Entscheidung der Bundesregierung, das Personal der Finanzkontrolle Schwarzarbeit von aktuell 7.900 auf mehr als 10.000 Beamte bis zum Jahr 2026 aufzustocken, sei ein „wichtiges Signal zur Abschreckung“. Die IG BAU habe sich seit Jahren für dieses Ziel starkgemacht. „Illegale Beschäftigung ist kein Kavaliersdelikt und muss konsequent geahndet werden. Sie kostet nämlich reguläre Arbeitsplätze bei sauber arbeitenden Bauunternehmen in Hamm und drumherum.“

Mehr Kontrollen allein reichten jedoch nicht aus, um betrügerischen Firmen systematisch das Handwerk zu legen, betont Kreft. „Wir brauchen ein ,Sündenregister‘ für Schwarzarbeit. Es muss eine öffentliche Kartei geben, in der die Betriebe aufgelistet werden, deren Geschäftsmodell auf illegaler Beschäftigung und Lohn-Prellerei beruht.“ So könne es auch der Stadt Hamm gelingen, schwarze Schafe künftig von der öffentlichen Auftragsvergabe auszuschließen. Positiv bewertet Kreft die geplanten zusätzlichen Kompetenzen für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Ein Gesetzentwurf von Finanzminister Olaf Scholz sieht vor, dass die Beamten künftig bereits beim Verdacht auf illegale Praktiken einschreiten dürfen. Sie sollen dazu insbesondere Tagelöhner-Börsen verstärkt in den Blick nehmen. Im Kampf gegen organisierte Kriminalität wird es den Zöllnern außerdem erleichtert, Telefonate zu überwachen und Briefkastenfirmen im Internet zu verfolgen. Nach Angaben der Bundesregierung prüfte das Hauptzollamt Bielefeld im vergangenen Jahr insgesamt 1.854 Unternehmen auf illegale Beschäftigung und die Einhaltung von Mindestlöhnen. Dabei verhängten die Kontrolleure Bußgelder in Höhe von rund 2 Millionen Euro und Freiheitsstrafen von 599 Monaten. 

Hamm: Job auf Zeitfür 6.400 Beschäftigte

IG BAU will Befristungen per Gesetz eindämmen

Die Uhr läuft: Befristete Jobs sind gerade unter Berufsstartern verbreitet. Das soll sich ändern, fordert die IG BAU. Die Gewerkschaft ruft die Bundesregierung auf, Zeitverträge gesetzlich zurückzudrängen.
© Foto: IG BAU
Hamm, 18.06.2019
Ihr Job hat ein Verfallsdatum – und das oft ohne jeden Grund: In Hamm haben derzeit rund 6.400 Beschäftigte einen befristeten Arbeitsvertrag. Das sind 8,1 Prozent aller Arbeitnehmer in der Stadt, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilt. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben aus dem aktuellen Mikrozensus. „Es kann nicht sein, dass Unternehmer trotz der guten Lage am Arbeitsmarkt weiterhin so stark auf Befristungen setzen. Die Bundesregierung muss jetzt mit ihrem Versprechen Ernst machen und Zeitverträge per Gesetz eindämmen“, fordert Friedhelm Kreft von der IG BAU Westfalen Mitte-Süd. Anders als bei einer Schwangerschaftsvertretung oder einer Probezeit gibt es nach Beobachtung der Gewerkschaft häufig keine zwingenden Gründe für eine Befristung. „Gerade Berufsanfänger werden gern mit einem Job auf Zeit abgespeist. Sie müssen sich von Stelle zu Stelle hangeln“, kritisiert Kreft. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) waren im vergangenen Jahr bundesweit 38 Prozent aller Neueinstellungen befristet. „Wer als Berufsstarter eine Familie gründen oder einen Kredit für die eigene Wohnung oder fürs Auto bekommen will, der braucht keine Zitterpartie, sondern einen sicheren Job“, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Die Gebäudereinigung zähle zu den Branchen, in denen Befristungen besonders verbreitet seien. Gerade Frauen litten hier unter wackeligen Arbeitsverhältnissen. „Statt des Prinzips Heuern und Feuern braucht es eine verlässliche Personalplanung“, so Kreft weiter. In ihrem Koalitionsvertrag haben Union und SPD festgeschrieben, Befristungen ohne konkreten Sachgrund – wie etwa eine Elternzeitvertretung – einzudämmen. In Betrieben mit mehr als 75 Beschäftigten sollen solche Zeitverträge demnach künftig auf maximal 2,5 Prozent der Belegschaft begrenzt werden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will dazu noch vor der Sommerpause einen Gesetzentwurf vorlegen. Bislang ist die
Befristung eines Arbeitsvertrages ohne sachlichen Grund prinzipiell bis zu zwei Jahre lang erlaubt. In diesem Zeitraum kann ein befristeter Arbeitsvertrag in der Regel maximal dreimal verlängert werden. 
Müssen ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen: Reinigungskräfte. Wer nur einen Teilzeitjob hat, soll künftig keinen Zuschlag bei Überstunden bekommen. So wollen es die Arbeitgeber. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU hält dagegen: „Das ist der Griff ins Portemonnaie von Menschen, die hart arbeiten und ohnehin wenig verdienen.“
© Foto: IG BAU
Hamm, 16.05.2019
Von der Arbeitszeit bis zu den Urlaubstagen – alles geregelt. Bislang jedenfalls. Jetzt aber wird der Job für die insgesamt knapp 1.000 Reinigungskräfte in Hamm zur „Wackelpartie“. Denn die Arbeitgeber haben den Manteltarifvertrag gekündigt. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU kritisiert das scharf: „Die Reinigungskräfte hängen damit völlig in der Luft. Die 22 Reinigungsfirmen in Hamm können ihnen quasi freihändig Urlaubstage streichen und zusätzliche Arbeitszeiten aufs Auge drücken“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Westfalen Mitte-Süd, Friedhelm Kreft.  weiterlesen

Juristische Hilfe für Hammer Handwerker und Reinigungskräfte

Rechtsexperten der IG BAU Westfalen Mitte-Süd halfen 2.200 Mal

Helfen bei handfesten Streitigkeiten im Job: Die Rechtsschutz-Experten der IG BAU waren im vergangenen Jahr häufig gefragt.
© Foto: IG BAU
Hamm, 25.04.2019
Geprellte Löhne, unerlaubte Kündigungen, verwehrte Urlaubstage: Wegen Streitigkeiten im Job waren die Rechtsberater der IG BAU Westfalen Mitte-Süd im vergangenen Jahr stark gefragt. Insgesamt 2.200 Mal kamen die Juristen der Gewerkschaft in der Region zum Einsatz. „Nicht gezahlte Löhne, fehlende Weihnachts- oder Urlaubszahlung – gerade beim Thema Geld gab es in Hamm viele Streitfälle. Sie betrafen besonders das Bau- und Reinigungsgewerbe“, berichtet der IG BAU-Bezirksvorsitzende Friedhelm Kreft. Immer wieder versuchten Unternehmen, den Tariflohn zu unterschreiten. „Doch wenn die Firma im Arbeitgeberverband und der Mitarbeiter in der Gewerkschaft ist, dann ist eine Bezahlung nach Tarif Pflicht“, erklärt Kreft. Viele Termine der Rechtsexperten gingen zudem auf das Konto von rechtswidrigen Kündigungen und fehlerhaften Hartz-IV-Bescheiden, so die IG BAU. Die Gewerkschaft rät den Beschäftigten, sich bei Problemen nicht einschüchtern zu lassen. „Ein riesiger Teil illegaler Praktiken kommt nicht ans Licht, weil sich Arbeitnehmer aus Angst vor Krach oder Jobverlust nicht trauen“, so Friedhelm Kreft. Doch müsse niemand Missstände ertragen. „Wer in einem Betrieb arbeitet, der es mit Recht und Gesetz nicht so genau nimmt, sollte den Rechtsweg gehen – oder sich gleich nach einer anderen Firma umsehen“, betont Kreft. Angesichts der guten Lage am heimischen Arbeitsmarkt müssten gerade Fachkräfte im Handwerk nicht lange suchen, um einen „sauberen Arbeitgeber“ zu finden. Anspruch auf kostenlosen Rechtsschutz haben alle Gewerkschaftsmitglieder. Genauere Infos und Termine gibt es in den IG BAU-Büros Hamm (Telefon: 0 23 81 – 1 20 25), Hagen (Telefon: 0 23 31 – 2 50 21) und Siegen (Telefon: 02 71 – 5 32 55). 

Hamm: 18,1 Millionen Euro gegen Dauer-Arbeitslosigkeit

IG BAU begrüßt Jobzuschüsse für 3.560 Langzeitarbeitslose

Mehr Geld für weniger Arbeitslose: Damit Hartz-IV-Empfänger schneller eine vollwertige Stelle finden, zahlen die Jobcenter jetzt höhere Lohnzuschüsse an Unternehmen. Dafür gibt es rund vier Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt.
© Foto: IG BAU
Hamm, 09.04.2019
Endlich wieder ein richtiger Job: Im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit bekommt die Stadt Hamm zusätzliche 18,1 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt. Damit werden bis zum Jahr 2022 insbesondere Lohnzuschüsse für Unternehmen bezahlt, die Langzeitarbeitslose regulär anstellen. Das teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen aus dem Bundesarbeitsministerium. Demnach erhalten die Jobcenter in ganz Nordrhein-Westfalen im Rahmen des „Teilhabechancengesetzes“ knapp 1,4 Milliarden Euro zur Förderung von Langzeitarbeitslosen. IG BAU-Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft spricht von einem überfälligen „Kraftakt am Arbeitsmarkt“. Die Bundesmittel könnten dafür sorgen, einen großen Teil der Menschen, die oft seit Jahren ohne Job sind, in „Lohn und Brot“ zu bringen.  weiterlesen

IG BAU: Mindestlohn gestiegen für 1.640 Bauarbeiter in Hamm

15,20 Euro pro Stunde ist neue Untergrenze auf dem Bau

Die Branche brummt: Viel zu tun haben Beschäftigte auf dem Bau. Jetzt steigt der Mindestlohn für Maurer, Zimmerer und Straßenbauer auf 15,20 Euro pro Stunde, so die IG BAU Westfalen Mitte-Süd.
© Foto: IG BAU
Hamm, 21.03.2019
Mehr Geld für Maurer & Co.: Die 112 Bauunternehmen in Hamm müssen Facharbeitern nun mindestens 15,20 Euro pro Stunde zahlen. So hoch liegt ab März der Mindestlohn in der Branche. Auch angelernte Kräfte haben damit Anspruch auf 43 Euro mehr im Monat, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilt. Die Lohnuntergrenze ist für alle Baubetriebe ein Muss. Sie beschäftigen nach Angaben der Arbeitsagentur hier 1.640 Menschen. Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd spricht von einem „überfälligen Lohn-Plus“ – appelliert jedoch an Fachkräfte, eine Bezahlung nach Tarif einzufordern oder die Firma zu wechseln. „Der Mindestlohn ist gut, aber der Tariflohn ist besser. Darunter sollte kein ordentlicher Bauarbeiter arbeiten gehen“, so Bezirkschef Friedhelm Kreft. Dieser liegt derzeit bei 20,63 Euro pro Stunde. „Der Boom im Baugewerbe geht weiter. Viele Firmen suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Deshalb sollten Bauarbeiter sich nicht unter Wert verkaufen – ohne sie geht es nicht“, sagt Kreft. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Branche bundesweit Auftragseingänge von knapp 80 Milliarden Euro – der höchste Wert seit 24 Jahren, so das Statistische Bundesamt. Im März steigt außerdem der Mindestlohn für einfachste Hilfsarbeiten. Ungelernte bekommen jetzt mindestens 12,20 Euro in der Stunde. Nach Einschätzung von Gewerkschafter Kreft versuchen jedoch einige Betriebe, Fachleute mit dem Helfer-Lohn
abzuspeisen. „Aber das ist illegal und kann bei einer Betriebskontrolle des Zolls für den Arbeitgeber richtig teuer werden.“ 

Altbauten in Hamm sollen klimafreundlicher werden

465 Sanierungen im letzten Jahr | IG BAU: „Viel Nachholbedarf“

Unsanierte Altbauten sorgen für hohe Heizkosten – und drücken auf die Klimabilanz. Ein Drittel aller Treibhausgase gehen laut Studien auf das Konto von Gebäuden. Die IG BAU fordert mehr energetische Sanierungen.
© Foto: IG BAU
Hamm, 12.03.2019
Fehlende Wanddämmung, nicht isolierte Dächer, alte Fenster: Unsanierte Gebäude lassen nicht nur die Heizkosten steigen, sie belasten auch das Klima. Altbauten drücken auf die CO2-Bilanz in Hamm, sagt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Nach Informationen der IG BAU stammen rund 27.000 Wohngebäude aus der Zeit vor 1979. Damit sind sieben von zehn Wohnhäusern in der Stadt mindestens 40 Jahre alt, so die Bau- und Umweltgewerkschaft, die sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft. Um effektiv etwas fürs Klima zu tun, muss es, so die IG BAU Westfalen Mitte-Süd, deutlich mehr energetische Altbausanierungen geben. „Wichtig ist dabei, dass Mieter und Eigenheimbesitzer nicht auf den Kosten sitzen bleiben“, sagt Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft. Zwar dürften Vermieter ab diesem Jahr nur noch acht statt wie
bisher elf Prozent der Sanierungskosten auf die Miete umlegen. „Aber für viele Menschen mit niedrigen Einkommen ist auch das zu viel“, betont Kreft. Der Staat müsse die Gebäudesanierungen deshalb stärker als bisher fördern. Davon sollten dann auch Besitzer von Eigenheimen profitieren, die für ihre eigenen vier Wände hart gespart hätten.

„Im Moment steht der Verkehr im Mittelpunkt der Debatte. Dabei machen Gebäude ein Drittel aller Treibhausemissionen aus“, so Kreft. Die bisherigen Sanierungsmaßnahmen reichten bei weitem nicht aus, wie neueste Zahlen der staatlichen Förderbank KfW zeigten. Danach wurden in Hamm im vergangenen Jahr 465 Wohneinheiten energetisch saniert. Dafür flossen von der KfW Fördermittel in Höhe von 5,8 Millionen Euro. Mit Blick auf den großen Altbaubestand sieht Gewerkschafter Kreft „viel Luft nach oben“. Nachkriegsbauten, von denen es in der Stadt besonders viele gebe, lägen beim Energieverbrauch etwa drei Mal so hoch wie Neubauten heute. Doch bundesweit werde aktuell nur ein Prozent der Gebäude pro Jahr saniert. Die Bundesregierung hält eine Quote von zwei Prozent für nötig, um die selbstgesteckten Klimaziele einzuhalten. Das Einsparpotential ist groß: Nach Angaben der KfW-Bank wurden allein im Jahr 2017 deutschlandweit 480.000 Tonnen CO2 durch Gebäudesanierungen eingespart. 

Hammer Beschäftigte im Schnitt 20 Tage krank im Jahr

IG BAU: Stress und Überstunden lassen Krankenstand steigen

Die Zahl der Erkältungen steigt zum Ende des Winters an. Aber viele Krankentage gehen auch auf das Konto von Stress und hoher Belastung im Job, so die IG BAU.
© Foto: IG BAU
Hamm, 19.02.2019
Grippe zum Winterende, Rückenbeschwerden, Unfall am Arbeitsplatz: In Hamm waren Beschäftigte im vorletzten Jahr durchschnittlich 20 Tage lang krankgeschrieben. Das geht aus der Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor. Auf deren Gesundheitsreport hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) verwiesen.  weiterlesen

Mehr Geld für Reinigungskräfte

990 Beschäftigte in Hamm bekommen Lohn-Plus

Mehr Euros für die Arbeit mit dem Wischmopp: Ab Januar bekommen Reinigungskräfte mindestens 10,56 Euro pro Stunde. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU rät zum Lohn-Check.
© Foto: IG BAU
Hamm, 05.02.2019
Lohn-Plus fürs Wischen und Fensterputzen: Die 990 Hammer Reinigungskräfte bekommen ab sofort mehr Geld. Zum Januar ist der spezielle Mindestlohn in der Gebäudereinigung auf 10,56 Euro pro Stunde gestiegen – 2,5 Prozent mehr als bisher. Glas- und Fassadenreiniger kommen nun sogar auf einen Stundenlohn von 13,82 Euro. Das teilt die IG BAU mit. In ganz Nordrhein-Westfalen profitieren demnach 175.000 Beschäftigte von der Lohnerhöhung. Das Plus ist für alle Reinigungsfirmen verpflichtend. „Wer täglich Schulen, Büros und Krankenhäuser sauber hält, macht einen harten Job. Dafür gibt es jetzt einen verdienten Zuschlag“, sagt Friedhelm Kreft. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Westfalen Mitte-Süd rät den Beschäftigten zum Lohn-Check. Mit der Januar-Abrechnung müsse das zusätzliche Geld auf dem Konto sein. „Auch Minijobber sollten genau hinschauen. Durch das aktuelle Lohn-Plus verringert sich ihre Arbeitszeit“, erklärt Kreft. Um auf 450 Euro im Monat zu kommen, müssten sie nun eine Stunde im Monat weniger arbeiten. Die IG BAU fordert, auch die Arbeitsbedingungen für Reinigungskräfte deutlich attraktiver zu machen. Darüber verhandelt die Gewerkschaft aktuell mit den Arbeitgebern. Im Mittelpunkt steht hierbei die Eingruppierung in die richtige Lohngruppe. „Viele Beschäftigte, die eine Fachausbildung haben, verdienen aktuell zu wenig. Das soll sich ändern“, so die Gewerkschaft. Eine mehrjährige Ausbildung müsse sich auch lohnen – genauso wie die Anerkennung der Berufserfahrung. Bisher zähle hier vor allem die Tätigkeit. Außerdem soll es in der Gebäudereinigung – wie in den meisten Branchen – ab diesem Jahr ein Weihnachtsgeld geben. 

Kälteschutz: 1.880 Bauarbeiter ausHamm sollen sich „warm anziehen“

Gewerkschaft warnt vor frostigen Temperaturen auf Baustellen

Eiskalter Job: Kalte Finger, rutschiger Boden – bei frostigen Temperaturen gehören warme Kleidung und Winterstiefel auf dem Bau zum Arbeitsschutz. Daran dürfe kein Arbeitgeber sparen, so die IG BAU.
© Foto: IG BAU
Hamm, 22.01.2019
Wenn es draußen eisig wird, können sie nicht einfach ins warme Büro: Die 1.880 in Hamm beschäftigten Bauarbeiter haben derzeit einen frostigen Job. Mit Blick auf die niedrigen Temperaturen rät die Gewerkschaft IG BAU Maurern, Dachdeckern & Co., sich „warm anzuziehen“ und den Arbeitsschutz im Winter ernst zu nehmen.  weiterlesen

IG BAU rät: Resturlaub aus 2018 sichern

Beschäftigte in Hamm sollen Urlaubs-Check machen

Resturlaub sichern: Die Gewerkschaft IG BAU appelliert an Arbeitnehmer, Erholungstage aus dem letzten Jahr nicht verfallen zu lassen.
© Foto: IG BAU
Hamm, 15.01.2019
Urlaubstage aus dem letzten Jahr sichern: Beschäftigte in Hamm sollen sich beim Arbeitgeber über ihren Urlaubsanspruch informieren. Dazu hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aufgerufen. Der Grund: Nach einem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs verfällt der Jahresurlaub nicht mehr automatisch, wenn ihn der Arbeitnehmer nicht beantragt hat. „Der Chef muss die Mitarbeiter jetzt aktiv dabei unterstützen, den Urlaub zu nehmen. Tut er das nicht, kann der Urlaub im nächsten Jahr genommen oder ausbezahlt werden“, erklärt Friedhelm Kreft von der IG BAU Westfalen Mitte-Süd.  weiterlesen

Kräftiges Lohn-Plus für 250 Dachdecker in Hamm

IG BAU: Verdienste steigen um 5,6 Prozent

Mehr Euro fürs Eindecken: Ab sofort steigen die Löhne für Dachdecker.
© Foto: IG BAU
Hamm, 18.12.2018
Lohn-Plus auf heimischen Dächern: Die 250 Dachdecker in Hamm bekommen ab sofort mehr Geld. Ihre Löhne steigen um insgesamt 5,6 Prozent. Das teilt die Handwerker-Gewerkschaft IG BAU mit. Ein Dachdeckergeselle erhält ab Dezember ein erstes Plus von 2,7 Prozent und hat damit am Monatsende 85 Euro mehr in der Tasche. Auszubildende bekommen pro Lehrjahr 80 Euro extra im Monat. Im Oktober steigen die Einkommen ein weiteres Mal – dann um 2,9 Prozent.  weiterlesen

205 Tonnen Honig verspeiste Hamm im vergangenen Jahr

Tag des Honigs am 7. Dezember | IG BAU warnt vor Glyphosat

Hinter dem Honig-Frühstück stecken fleißige Bienen. Aber die sind hierzulande immer stärker<br />bedroht, warnt die Agrar-Gewerkschaft IG BAU.
© Foto: IG BAU
Hamm, 10.12.2018
Appetit auf flüssiges Gold: Rund 205 Tonnen Honig aßen die Menschen in Hamm im vergangenen Jahr – rein statistisch. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zum Internationalen Tag des Honigs [f. d. Red.: 7. Dezember] hingewiesen. Die Gewerkschaftberuft sich dabei auf Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Danach lag der Pro-Kopf-Verbrauch mit 1,1 Kilo bei gut zwei Gläsern Honig im Jahr. Mit Sorge beobachtet die IG BAU Westfalen Mitte-Süd jedoch das Bienensterben, das den Imkern in der Region zunehmend zu schaffen mache. „Dafür ist auch die industrielle Landwirtschaft verantwortlich. Monokulturen und Pestizide lassen den Bienen immer weniger Lebensräume“, sagt Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft. Gefährlich sei insbesondere das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Laut einer aktuellen Studie aus den USA greift das Herbizid die Darmflora der Bienen an – und ist einer der Hauptgründe für den massiven Rückgang der Bienenvölker. Die IG BAU fordert auch deshalb ein Verbot von Glyphosat. Das Mittel ist in Deutschland im Gegensatz zu anderen EU-Ländern weiterhin erlaubt. „Wenn wir in Zukunft überhaupt noch heimischen Honig essen wollen, dann muss es ein Umdenken in der Landwirtschaft geben – mehr Vielfalt und weniger Einsatz von Chemie“, fordert Kreft. Laut Statistik wird schon jetzt der Großteil des in Deutschland gegessenen Honigs importiert – insbesondere aus Argentinien, Mexiko und der Ukraine. Dabei steht die Bundesrepublik beim Honigverzehr weltweit an der Spitze. Allein zwischen 2016 und 2017 nahm der Verbrauch nach Angaben der BLE um 15 Prozent zu. 

Bielefelder Zoll: Baufirmen brachten Staat um 3,9 Millionen Euro

Mehr Kontrollen auf Baustellen in Hamm gefordert : IG BAU legt Bilanz für erstes Halbjahr 2018 vor

Mit ihr ist nicht gut Kirschen essen. Wenn Zollbeamte auf die Baustelle kommen, werden sie<br />oft fündig. Die IG BAU fordert intensivere Kontrollen.
© Foto: IG BAU
Hamm, 22.11.2018
Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei auf der Spur: Beamte des Zolls sollen die 95 Bauunternehmen in Hamm noch häufiger auf illegale Machenschaften überprüfen. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums gefordert. Danach deckten Kontrolleure bei Firmen im Bereich des Hauptzollamts Bielefeld in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Schaden von 16,5 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Ein Großteil des Betrugs betraf das Baugewerbe: Allein in der Baubranche entgingen dem Staat 3,9 Millionen Euro. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor.  weiterlesen

320 Maler und Lackierer inHamm bekommen mehr Geld

Plus von 5,9 Prozent | IG BAU: Jetzt Lohnabrechnung prüfen

Wenn mehr Euros in die Lohntüte tröpfeln: Durch ein Lohn-Plus gibt’s jetzt zusätzliches Geld, das das Leben der Maler bunter macht.
© Foto: IG BAU
Hamm, 08.11.2018
Lohn-Plus für die Arbeit mit Pinsel und Tapezierrolle: Die rund 320 Maler und Lackierer in Hamm streichen jetzt mehr Geld ein. Rückwirkend zum Oktober steigen die Löhne in zwei Stufen um insgesamt 5,9 Prozent. Ein Malergeselle kommt damit auf einen Stundenlohn von 16,60 Euro – ein Plus von 73 Euro pro Monat. Im nächsten Jahr kommen noch einmal 95 Euro dazu. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitgeteilt. Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd rät den Handwerkern in der Region, ihre aktuelle Lohnabrechnung zu prüfen. „Die Baubranche brummt. Davon profitieren auch die Malerbetriebe. Jetzt bekommen die Beschäftigten endlich einen fairen Anteil an der guten Umsatzentwicklung“, sagt Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft. Mehrfach standen die Tarifverhandlungen zwischen IG BAU und Arbeitgebern vor dem Scheitern. Am Ende entschied eine Schlichtung.
Kreft rät den Malern und Lackierern, auf der richtigen Bezahlung zu bestehen: „Fachkräfte sollten sich nicht mit dem Helfer-Lohn abspeisen lassen.“ Anspruch auf den Tariflohn haben Beschäftigte, die Mitglied der Gewerkschaft sind und die in einem Betrieb arbeiten, der zur Malerinnung gehört. Für sie steigt neben dem Verdienst auch die Sonderzahlung am Jahresende – auf jetzt 996 Euro. „Das Extra-Geld kommt mit der November-Abrechnung, die bis spätestens Mitte Dezember im Briefkasten liegt“, so Kreft. 
Frankfurt, 29.10.2018
Der Tarifkonflikt im Gerüstbauer-Handwerk ist beige-
legt. Die rund 40 000 Gerüstbau-Beschäftigten in Deutschland erhalten ab
dem 1. November 2018 mehr Geld. Erst in der Schlichtung am vergangenen
Wochenende konnte eine Einigung erzielt werden. Schlichter war der CDU-
Politiker und frühere Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling. Die Indust-
riegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Arbeitgeberverbän-
de, Bundesverband Gerüstbau sowie Bundesinnung für das Gerüstbauer-
Handwerk, verständigten sich unter seiner Mitwirkung auf eine Erhöhung
der Löhne, des 13. Monatseinkommens sowie der Ausbildungsvergütungen.  weiterlesen

In Hamm geht Hängepartiefür 250 Dachdecker weiter

IG BAU: Trotz guter Auftragslage knausern Betriebe beim Lohn

Schräge Lohn-Aussichten für heimische Dachdecker: Die Arbeitgeber sperren sich bisher gegen ein angemessenes Einkommensplus für die Handwerker, kritisiert die IG BAU. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Geld.
© Foto: IG BAU
Hamm, 05.10.2018
Lohn-Schieflage auf heimischen Dächern: Die 250 Dachdecker in Hamm müssen weiter auf eine Lohnerhöhung warten. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf die laufende Tarifrunde für das Handwerk. „Der Bau-Boom beschert auch den Dachdeckerbetrieben volle Auftragsbücher und gute Umsätze. Trotzdem sperren sich die Arbeitgeber gegen ein längst überfälliges Lohn-Plus“, kritisiert Gewerkschafter Friedhelm Kreft. Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd fordert sechs Prozent mehr Geld für Dachdecker und 100 Euro mehr im Monat für Azubis. Bei einem Facharbeiter stünden damit 184 Euro pro Monat mehr auf dem Lohnzettel. In der letzten Tarifverhandlung hatten die Arbeitgeber jedoch lediglich ein minimales Plus auf dem Level der Inflationsrate geboten. Anspruch auf tarifliche Bezahlung haben Gewerkschaftsmitglieder, deren Firma Mitglied der Arbeitgeberinnung ist. „Wenn das Dachdeckerhandwerk bei der Bezahlung nicht deutlich attraktiver wird, dann droht die Branche von der Lohnentwicklung abgehängt zu werden“, so Kreft. Dies verschärfe auch den Fachkräftemangel. Schon jetzt hätten die Betriebe massive Probleme, Spezialisten und Nachwuchs für die „Knochenjobs in der Höhe“ zu finden. Die Gewerkschaft fordert den Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks dazu auf, in der jetzt anstehenden Schlichtung „endlich ein solides Lohn-Angebot“ vorzulegen. Andernfalls drohe das endgültige Scheitern des Tarifkonflikts. 

Auszubildende können jetzt ihre "U25-Sprecher" wählen

Ab Oktober Jung-Betriebsräte wählbar | 3.600 Auszubildende in der Stadt Hamm

Kreuz für mehr Demokratie im Betrieb. Ab sofort können Azubis und Beschäftigte unter 25 über Interessenvertreter abstimmen.
© Foto: IG BAU
Hamm, 05.10.2018
Junior-Betriebsräte gesucht: Ab sofort können Azubis und junge Beschäftigte in Hamm neue „U25-Sprecher“ wählen. Noch bis Ende November laufen die Wahlen für die Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV). Darauf hat die IG BAU Westfalen Mitte-Süd hingewiesen. „Mit ihrer Stimme können Berufsstarter ein entscheidendes Wort mitreden – und sich das nötige Gehör beim Chef verschaffen“, sagt Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft. Häufig hätten junge Beschäftigte mit Missständen zu kämpfen. Doch oft trauten sie sich nicht, diese anzusprechen – auch wegen eines zum Teil rauen Umgangstons im Betrieb. „Die Probleme reichen von zu langen Arbeitszeiten und fehlenden Lehrplänen bis hin zu Tätigkeiten, die gar nichts mit der Ausbildung zu tun haben“, so Kreft. Im aktuellen DGB-Ausbildungsreport gaben 14 Prozent der Azubis an, selten oder nie von ihrem Ausbilder betreut zu werden. Mehr als ein Drittel berichtet von regelmäßigen Überstunden. Zudem klagt ein wachsender Teil der Befragten darüber, ständig für die Firma erreichbar sein zu müssen. „Bei diesen Problemen kommen die Jugendvertreter ins Spiel. Durch ihr Mandat können sie mit dem Chef Klartext reden – und zwar auf Augenhöhe“, sagt Gewerkschafter Kreft. Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd appelliert an Unternehmen in der Region, die Wahlen zu unterstützen. Das komme den Betrieben am Ende selbst zugute. „Engagierte Jugendvertreter verbessern die Ausbildungsqualität und sorgen für eine höhere Zufriedenheit beim Nachwuchs. Und unter Schulabgängern spricht sich schnell herum, wo die Lehre gut ist“, so Kreft. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels achteten Jugendliche besonders darauf, ob die Ausbildungsbedingungen stimmen. Rund 3.600 Auszubildende gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit aktuell in Hamm. Eine Interessenvertretung kann wählen, wer in einem Betrieb arbeitet, der mindestens fünf Jugendliche oder Azubis und bereits einen Betriebsrat hat. Stimmberechtigt sind alle Beschäftigten unter 18 Jahren – genauso wie alle Mitarbeiter unter 25, die ihre Berufsausbildung absolvieren. Alle Infos rund um die Wahl gibt es im Netz unter www.jav-portal.de und bei der Jungen BAU unter www.facebook.com/JungeIGBAU. 

Diese „Anti-Staub-Charta“ haben IG BauenAgrar-Umwelt (IG BAU), Arbeitgeberverbände der Baubranche, Bundesarbeitsministerium und Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft jetzt unterschrieben. Vom Maurer über den Trockenbauer bis hin zum Dachdecker profitieren nach Angaben der IG BAU allein in Hamm rund 1.630 Bauarbeiter von den neuen Schutz-Standards.
Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd spricht von einem „Meilenstein für die Branche“: „Mit den neuen Regeln könnte das Bild vom dreckigen und abends hustenden Bauarbeiter bald der Vergangenheit angehören“, sagt Bezirkschef Ewald Thiel. Für Tausende Beschäftigte in der Region dürfte das Risiko, an den Atemwegen oder an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich sinken. Denn staubarmes Arbeiten werde nun endlich zur Pflicht, an die sich auch alle
Baufirmen in der Stadt halten müssen, so Thiel.

Staub soll insbesondere im Bestandsbau verringert werden, heißt es in der Vereinbarung. Der Grenzwert für sogenannte „lungengängige Stäube“ darf die Marke von 1,25 Milligramm pro Kubikmeter nun nicht mehr überschreiten. Bislang lag die Grenze bei drei Milligramm. Reduziert werden soll damit auch die Gefährdung durch krebserzeugenden Quarzstaub, der in fast jedem Baustaub enthalten ist. „Um das umzusetzen“, so Thiel, „muss die Bauwirtschaft
beim Arbeitsschutz aber richtig aufrüsten – von neuen Maschinen bis hin zur Schulung der Beschäftigten.“ Die Alternative sei Ärger mit dem Amt: Denn die Behörden für Arbeitsschutz kontrollieren, ob die neuen Standards eingehalten werden.

Dabei können Firmen für die Anschaffung von Luftreinigern oder speziellen Bohrern mit Staubabsaugung bis zu 50 Prozent Zuschuss von der Berufsgenossenschaft bekommen, erklärt Thiel. Dies komme gerade kleineren Betrieben zugute, für die eine Umrüstung oft eine erhebliche Investition sei. Nach Angaben von IG BAU und Berufsgenossenschaft lässt sich ein Großteil der Baustellen schon mit rund 3.000 Euro staubarm machen. „Oft sind es auch
einfache Lösungen, die einen guten Effekt haben. So können Fliesenleger ihre Platten auf speziellen Tischen brechen – statt sie mit einem staubenden Schneider zu zerlegen.“

Zusammen mit der Berufsgenossenschaft startet die IG BAU im kommenden Jahr hierzu eine bundesweite Info-Kampagne. „Mit Schulungen sollen auch in Nordrhein-Westfalen möglichst viele Bauarbeiter erreicht werden“, betont der Gewerkschafter. Denn der Kampf gegen den Staub sei letztlich nur zu gewinnen, wenn Betriebe und Beschäftigte an einem Strang ziehen.
Weitere Infos rund um Schutzmaßnahmen für Unternehmen und Beschäftigte gibt es in einer
Broschüre des Bundesarbeitsministeriums, die im Netz abrufbar ist unter:
https://www.igbau.de/Binaries/Binary38070/schluss-mit-staub.pdf

Kalender


<Juli  2019>
MoDiMiDoFrSaSo
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031