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IG BAU kritisiert Schieflage am Hagener Arbeitsmarkt


Hagen, 02.08.2017
Immer mehr unsichere Jobs: Rund 33.400 Menschen in Hagen arbeiten in Teilzeit, Leiharbeit oder haben einen Minijob als alleiniges Einkommen. Damit ist der Anteil der so genannten atypischen Beschäftigung an allen Arbeitsverhältnissen im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von 41 Prozent gestiegen. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung, die die Entwicklung am Hagener Arbeitsmarkt seit dem Jahr 2003 untersucht hat. Damals lag die Quote atypischer Jobs noch bei 33 Prozent.

IG BAU-Bezirkschef Friedhelm Kreft spricht von einem „Alarmsignal an die Politik“: „Es kann nicht sein, dass wir einerseits einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, aber andererseits so viele Menschen in prekären Verhältnissen arbeiten“, sagt Kreft. Hier sei „grundsätzlich etwas in Schieflage geraten“. Der unbefristete Vollzeit-Job müsse dringend wieder zum Normalfall werden, fordert die IG BAU Westfalen Mitte-Süd.

Keinesfalls könne man es mit „prekärer“ Beschäftigung gleichsetzen, erwidert die Bundesagentur. Die hinzuverdienende Ehefrau mit Mini-Job oder der teilzeitarbeitende Vater seien zwar atypisch beschäftigt. Das heiße aber nicht, dass sie sich auch in einer prekären Lebenslage befänden.

Mit Blick auf die Bundestagswahl im September fordert die IG BAU Westfalen-Mitte-Süd von den Parteien klare Konzepte „gegen die Unwucht am Arbeitsmarkt“. Dazu müsse die Abschaffung der Befristungen ohne sachlichen Grund genauso gehören wie die Einbeziehung von Minijobs in die Sozialversicherung. „Dabei sind auch die Arbeitgeber in der Pflicht. Statt aufs Billig-Prinzip sollten Chefs auf Kontinuität setzen“, betont Kreft. Wer heute vollwertige Stellen schaffe, brauche sich morgen nicht um fehlende Fachkräfte sorgen.

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