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Bei Zoff mit dem Chef: Rechtsexperten der IG BAU Westfalen-Mitte-Süd 2412 Mal gefragt

„Paragrafen-Lotsen“ für Beschäftigte in Westfalen-Mitte-Süd


31.03.2016
Wenn ein offenes Wort nicht reicht: Bei rechtlichen Problemen rund um den Job war die Rechtsberatung der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) für Beschäftigte aus dem Hochsauerlandkreis im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben eine wichtige Adresse. Im Bezirksverband Westfalen Mitte-Süd waren die „Paragrafen-Lotsen“ der IG BAU in 2412 Fällen aktiv.

„Vom geprellten Urlaubsgeld bis zur Verletzung des Kündigungsschutzes hatten die Juristen alle Hände voll zu tun“, berichtet Ewald Thiel. Auch zu spät oder gar nicht gezahlte Löhne seien 2015 häufig Thema gewesen, so der IG BAU Bezirksvorsitzende.

Außerdem hätten viele Chefs den Beschäftigten Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld oder Feiertagszuschläge vorenthalten. Besonders die Gebäudereinigung sei häufig von Streitigkeiten betroffen: „Hier setzen viele Arbeitgeber auf das ,Turbo-Putzen‘. Sie muten den Reinigungskräften immer größere Flächen zu, die sie in der gleichen Zeit schaffen müssen. Aus Angst, ihren Job zu verlieren, sind viele Gebäudereiniger dann gezwungen, ein paar Stunden dranzuhängen – und zwar ohne Lohnausgleich“, so Thiel.

Der Gewerkschafter geht davon aus, dass es auch in diesem Jahr wieder zu vielen Klagen aus der Branche kommt. Denn etliche Reinigungsfirmen versuchten, gestiegene Löhne durch höhere Arbeitsbelastung wieder hereinzuholen.

Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd rät den Beschäftigten im Hochsauerlandkreis, sich nicht einschüchtern zu lassen und sich an den Rechtsschutz zu wenden.

Anspruch darauf haben alle Gewerkschaftsmitglieder. Ewald Thiel: „Ob auf dem Bau, im Maler- und Lackiererhandwerk, im Gartenbau oder in der Floristik – wer um sein Recht gebracht wird, der sollte sich Hilfe bei Experten holen.“

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